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Januar 26, 2009 - Leave a Response

Interessant, dass Unglück erträglicher ist, als die Abwesenheit von Glück.

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Oktober 25, 2008 - Leave a Response

Wieder eine neue Stadt. Verändert hat sich wieder nichts. Die Menschen sind überall gleich, und das bin auch ich.

Der Alltag, die Routine holt einen schneller ein, als man sich vorstellen kann.

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Oktober 3, 2008 - Leave a Response

Das Einzige, das stärker ermüdet als die ständige Wiederholung ist das Wissen, dass Abwechslung nichts verändert.

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September 9, 2008 - Leave a Response

Wenn ich in den Spiegel blicke, erwarte ich immer graue Haare, Falten und eingefallene Wangen. Doch alles was ich sehe sind die müden Augen in einem fremden Gesicht.

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Juli 4, 2008 - Leave a Response

Jeder Mensch ist ein Masochist, wenn auch nur unbewusst. Dies äußert sich auf unzählige Arten. Seien es hochhackige Schuhe, seien es einschnürende Kleider, seien es Tinte oder Metall unter der Haut, seien es Sportarten oder Heißwachs.
Neuerdings verstehe ich die Liebe des Leides. Denn Schmerzen, die einen kaum atmen lassen haben einen entscheidenden Vorteil: sie lassen einen auch nicht denken.

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Juli 2, 2008 - Leave a Response

Immer öfter erscheint mir die Wirklichkeit wie ein Traum. Der ganze Alltag erscheint so grotesk, dass es unmöglich wahr sein kann. Das Leben so unwahrscheinlich, so unwirklich, so absurd. Was wenn ich tagsüber schlafe und nur des Nachts im Schlaf wirklich wach bin?

IV. Gottvernichtungsmaschinerie

Juli 1, 2008 - Leave a Response

Friedrich Nietzsche schrie es schon vor über 100 Jahren in die Welt hinaus: „Gott ist tot!“. Allerdings liegt er da nicht ganz richtig. Gott ist nicht tot, er liegt im Sterben. Und ebenfalls anders als bei Nietzsche sind nicht wir dafür verantwortlich zu machen, sondern Gott höchst selbst ging den letzten Schritt. So sah es der Suizidant Philipp Mainländer.

Es ist allerdings unbekannt, und wird es vermutlich für immer bleiben, welcher Art das transzendente Wesen war, welches sich entschloss, lieber im Nichts aufzugehen. Für Mainländer musste es sich um ein intelligentes Wesen gehandelt haben, da es für ihn sehr wichtig war, dass Gott diese Tat bewusst vollzogen hat. Nach seiner Auffassung konnte Gott nicht direkt ins Nichts übergehen, da seine Existenz und seine Allmacht ihm dabei selbst im Weg standen. Ein Gott sei allmächtig gegenüber seiner Umwelt, aber nicht sich selbst gegenüber. Deshalb, so Mainländer, zerfiel Gott ins Materielle; in unser Universum, da er nicht sein wollte, sondern viel lieber nicht sein.

Der Begriff der Entropie existierte zu Mainländers Zeit noch nicht. Für ihn hatte das alles nichts mit Physik zu tun, sondern mit dem letzten Überbleibsel der transzendenten Ebene. Für ihn musste sich die Kraft Gottes immer weiter schwächen. Und dies geschieht sowohl im chemischen Kampf der Elemente, als auch im blutigen Kampf der Menschen. Die Menschheit ist dazu da, die Kraft effektiv zu schwächen; sei es durch Kriege, Streitereien oder auch nur Selbstkontrolle. All dies erzeugt Reibung auf geistiger Ebene und schwächt die Kraft bis zu ihrem erliegen.

Meiner Auffassung nach ist es jedoch viel zu unwahrscheinlich, dass aus unbekanntem Grunde eine Gottheit entstehen sollte, die ein vollendetes Wesen mit höchster Intelligenz darstellt. Nein, es geht auch einfacher, ohne diese unnötige Komplexität. Es muss sich nicht um die höchste Form von Intelligenz gehandelt haben, es würde schon reichen, wenn es einfach die höchste Form der Existenz darstellen würde. Existenz im simplen materiellen Sinne: Energie.

Seit Einstein wissen wir, dass Energie auch in Materie umgewandelt werden kann, und umgekehrt. Dies erfordert jedoch einen extremen Aufwand. Soll heißen, ab einem bestimmten Level an Aufwand wird sämtliche Materie zu Energie. Ebenso zeigen die neuesten Forschungsergebnisse, dass ab einem bestimmten Level an Energie, alle physikalischen Kräfte zu einer verschmelzen. Kurz gesagt, am Anfang des Universums, wie wir es kennen, war alles eins. Die vollkommene Form der Existenz. Das pure Sein.

Anstatt ein höchst unwahrscheinliches Wesen an den Anfang zu stellen, haben wir nun zwei gleich wahrscheinliche Zustände geschaffen. Sein und Nichts. Eine 50:50 – Chance. Es stellte sich am Anfang des Universums nur noch die alte Hamlet-Frage: „Sein oder nicht sein?“. Man kann nun sogar ruhigen Gewissens den puren Zufall als das Entscheidungskriterium für diese Frage deklarieren.

Allerdings habe ich im Namen einiger Philosophen bereits unter den anderen Punkten erläutert, dass das Nichts dem Sein um jeden Preis vorzuziehen ist. Alles was ist, muss vergehen. Alles was ist, will nicht sein. So wollte auch die höchste Form von Existenz am Anfang dieser Welt nicht sein. Natürlich kann nicht von einem bewussten Willen gesprochen werden, sondern es handelt sich viel mehr um eine natürliche Notwendigkeit, so wie ein Apfel vom Baum fallen, oder wie sich Petroleum entzünden will.

Doch die Schöpfung war bereits geschehen. Das Sein konnte nicht mehr zurück. Aber es hatte einen Ausweg; es gab einen Zustand, der dem Nichts so nahe wie möglich kam. Der Zustand vollkommener Entropie, der Abwesenheit jeglicher Information; den Wärmetod. Das Universum begann sich selbst zu löschen, ganz wie der ihm innewohnende Drang zum Nichts hin, es ihm befahl. Das Übersein zerfiel, die Kräfte entkoppelten sich, Energie wandelte sich um zu Materie. Der Urknall.

Man mag sich jedoch Fragen, wozu dann wir entstanden sind? Wozu all das Komplexe? All die Planeten, Sonnensysteme, Galaxien und Supercluster? Dies ist wieder einfache Physik:

In einem abgeschlossenen System kann Entropie gleich bleiben oder zunehmen. Niemals jedoch abnehmen. Wird aber lokal die Entropie verringert, etwas Ordnung ins Chaos gebracht und sagen wir ein Planet geschaffen, so benötigt dies einen zusätzlichen Aufwand und der Gesamtgehalt der Entropie steigt. Entwickeln sich nun hochkomplexe Systeme auf großer Ebene, wie Galaxien, und auch noch auf kleiner Ebene, wie z.B. ein menschliches Gehirn, so steigt das Gesamtmaß der Unordnung im Universum dramatisch an. Wir beschleunigen den Verfall des Universums; das ist unser Auftrag, der Grund für unser Dasein. Wir leben, weil es kein Leben geben sollte. Und wir machen unsere Sache gut. Wir sind die Größten, wenn es darum geht höhere Energieformen in die unbrauchbarste – nämlich Wärmeenergie – umzuwandeln. Denn zu guter Letzt wird das Universum nichts weiter sein, als ein Gas mit einem bestimmten Wärmegehalt. Dies ist die letzte Information, die übrig bleiben wird.

Das ist der Kompromiss, den das Sein eingehen kann. Es ist nicht völlig Nichts, aber es ist immerhin nur eine Information vom Nichts entfernt. Näher kann es der Nichtexistenz, dem vollkommenem Zustand nicht kommen. Das Sein ist erlöst.

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Juli 1, 2008 - Leave a Response

Nie konnte ich die Freude der Menschen am Alkohol verstehen. Geradezu grauenhaft ist es, wenn man die Kontrolle über seinen Körper verliert. Die Befehle sind immer noch klar und eindeutig, doch der Körper widersetzt sich. Er meutert. Hilflos, nicht mehr nur von seiner Umgebung, sondern nun auch noch von seinem Körper isoliert, hofft man nur noch, der Tag möge so schnell wie möglich zu Ende sein.

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Juni 29, 2008 - Leave a Response

Frust scheint mir das Gefühl zu sein, dass die Menschen am besten einen kann. Wie gesprächig, wie vertrauensseelig, wie unvoreingenommen sind fremde Menschen, die sich bei mir über ihren Frust auslassen.

III. Gedankenspiele

Juni 29, 2008 - Leave a Response

Dies ist eine Alternative zu meiner eigentlichen philosophischen Ansicht, welche eigentlich nicht weiter von Belang ist, aber es trotz ihrer Mängel verdient erwähnt zu werden.

Es sei angenommen, es gäbe einen omnipotenten, allwissenden Gott. Dieser kreierte die Welt und greift von nun an vielleicht sogar noch ab und zu einmal in den Weltenlauf ein.

Doch wie unter „I. Schöpfungswahn“ bereits erläutert, besteht kein Grund für Gott dies zu tun. Weshalb sollte er schöpfen? Durch sein Allwissen bedingt wüsste er doch bereits, wie sich jedes einzelne Atom in diesem neuen Universum verhalten würde. Denn anders als der Laplace’sche Dämon befindet sich Gott außerhalb des Systems, das er betrachtet. Somit muss er sich nicht selbst mit einberechnen und kann deterministisch alles vorhersagen. Anzumerken sei, dass die Unschärferelation der Quantenmechanik dem Determinismus widerlegt, da ihr zufolge von keinem Teilchen der genaue Aufenthaltsort und die Bewegung exakt bestimmt werden können. Sie beruhen auf Wahrscheinlichkeiten und sind somit dem Zufall überlassen (Es handelt sich hierbei nicht um Messfehler). Doch da wir Gott Allwissen zuschreiben und er sich auch außerhalb der uns bekannten Physik bewegt, dürfte dies für ihn kein Hindernis darstellen.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukehren: Gott weiß noch bevor er diese Welt geschaffen hat, wie sie zu jedem bestimmten Zeitpunkt aussehen würde. Somit gäbe es für ihn keinen Grund, überhaupt zu schöpfen.

Deshalb stellt sich mir eine Frage: Was wenn er die Welt gar nicht geschaffen hat?

Er hat sie nicht geschaffen, weil er immer noch daran denkt, was geschehen würde, wenn er sie auf diese Weise schaffen würde. Dies macht uns und die gesamte Welt zu einem Gedanken. Dies würde bedeuten, dass wir nichts als Gottes Pläne für eine Welt sind, die er vermutlich niemals schaffen wird. Man wird sich fragen, weshalb er überhaupt Pläne für eine Welt macht, wo er doch bereits weiß, dass er bereits weiß, wie es ausgehen wird.

Es ist wohl nicht so, dass Gott eine Wahl hätte. Allein seine Existenz und der Fakt seiner Allwissenheit lassen uns bereits auferstehen. Denn wenn die Bedingung seines Wissen erfüllt sein soll, so muss sich der Verlauf unserer Welt in den göttlichen Datenbanken wiederfinden. Gottes Existenz zwingt uns ins Leben.

Dies würde das Problem des fehlenden Grundes für eine Schöpfung, sowie die belegte Tatsache, dass Nichtsein dem Sein vorzuziehen ist, auflösen. Gott hatte keine Wahl.

Unglücklicherweise lässt sich dieses Theorem in keinster Weise verifizieren. Auch bleibt die Frage offen, woher ein solcher allwissender Gott kommen sollte. Der Grund unserer Existenz verschiebt sich nur zu der Frage nach dem Grund Gottes Existenz.

Deshalb wird diese Theorie im weiteren auch nicht weiter Erwähnung finden, aber verdiente es dennoch, angemerkt werden.