III. Gedankenspiele

Dies ist eine Alternative zu meiner eigentlichen philosophischen Ansicht, welche eigentlich nicht weiter von Belang ist, aber es trotz ihrer Mängel verdient erwähnt zu werden.

Es sei angenommen, es gäbe einen omnipotenten, allwissenden Gott. Dieser kreierte die Welt und greift von nun an vielleicht sogar noch ab und zu einmal in den Weltenlauf ein.

Doch wie unter „I. Schöpfungswahn“ bereits erläutert, besteht kein Grund für Gott dies zu tun. Weshalb sollte er schöpfen? Durch sein Allwissen bedingt wüsste er doch bereits, wie sich jedes einzelne Atom in diesem neuen Universum verhalten würde. Denn anders als der Laplace’sche Dämon befindet sich Gott außerhalb des Systems, das er betrachtet. Somit muss er sich nicht selbst mit einberechnen und kann deterministisch alles vorhersagen. Anzumerken sei, dass die Unschärferelation der Quantenmechanik dem Determinismus widerlegt, da ihr zufolge von keinem Teilchen der genaue Aufenthaltsort und die Bewegung exakt bestimmt werden können. Sie beruhen auf Wahrscheinlichkeiten und sind somit dem Zufall überlassen (Es handelt sich hierbei nicht um Messfehler). Doch da wir Gott Allwissen zuschreiben und er sich auch außerhalb der uns bekannten Physik bewegt, dürfte dies für ihn kein Hindernis darstellen.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukehren: Gott weiß noch bevor er diese Welt geschaffen hat, wie sie zu jedem bestimmten Zeitpunkt aussehen würde. Somit gäbe es für ihn keinen Grund, überhaupt zu schöpfen.

Deshalb stellt sich mir eine Frage: Was wenn er die Welt gar nicht geschaffen hat?

Er hat sie nicht geschaffen, weil er immer noch daran denkt, was geschehen würde, wenn er sie auf diese Weise schaffen würde. Dies macht uns und die gesamte Welt zu einem Gedanken. Dies würde bedeuten, dass wir nichts als Gottes Pläne für eine Welt sind, die er vermutlich niemals schaffen wird. Man wird sich fragen, weshalb er überhaupt Pläne für eine Welt macht, wo er doch bereits weiß, dass er bereits weiß, wie es ausgehen wird.

Es ist wohl nicht so, dass Gott eine Wahl hätte. Allein seine Existenz und der Fakt seiner Allwissenheit lassen uns bereits auferstehen. Denn wenn die Bedingung seines Wissen erfüllt sein soll, so muss sich der Verlauf unserer Welt in den göttlichen Datenbanken wiederfinden. Gottes Existenz zwingt uns ins Leben.

Dies würde das Problem des fehlenden Grundes für eine Schöpfung, sowie die belegte Tatsache, dass Nichtsein dem Sein vorzuziehen ist, auflösen. Gott hatte keine Wahl.

Unglücklicherweise lässt sich dieses Theorem in keinster Weise verifizieren. Auch bleibt die Frage offen, woher ein solcher allwissender Gott kommen sollte. Der Grund unserer Existenz verschiebt sich nur zu der Frage nach dem Grund Gottes Existenz.

Deshalb wird diese Theorie im weiteren auch nicht weiter Erwähnung finden, aber verdiente es dennoch, angemerkt werden.

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